Bayerisches Wörterbuch:stad - ruhig, leise

Bairisch - Deutsch

Bayerisches Wörterbuch der Dialekte


stad


ruhig, leise


Kommentare zu diesem Wort:

Warum bistn heite so stad ?
Warum bist du heute so ruhig ?



Kärntner Bäuerle im "Hadnlied" :
Wånn der Wind waht, der Wind waht und 's Wetterle kimmt,
då bitt i Gott Våtern, dåss er ma 'n Hadn net nimmt

Gott Våter hat's g'hört und der Wind håt si draht.
Iatz håb i mein Hadn, iatz bin i schean stad

Peter Suppan, 1924




* Arthur Schnitzler: Aber ich hab' ja nichts sagen können, nichts tun können; es war ja noch das einzige, was mir übrig geblieben ist: stad sein, stad sein! ... ("Leutnant Gustl", 1900)
* Im Namen des Gesetzes: "Sei stad!" ist der Titel der "Lebenserinnerungen eines Landgendarmen" (2006) von Franz Ginner
* Baua sei stad, sei stad, Katz is im Haus. 's Muzerl is pumperlgsund, schau nur grad 'naus! Hinter der Kammertür, Kammertür, lurt's auf a Maus. Eva Gesine Baur: "Mozarts Salzburg: Auf den Spuren des Genies" , 2005, S.75
* Wir durften nicht reden, geschweige denn gar einmal lachen. Sofort rief der Moar vom großen Tisch herüber: „Seids stad!" Und wenn das nicht half ... Maria Schuster: "Auf der Schattseite", 1997 S. 111
* ... du sei still; sei still; sei stad; fahr ab..Oksana Havryliv: "Verbale Aggression. Formen und Funktionen am Beispiel des Wienerischen", 2009 , S. 216

Auch bei bayrischen Dichtern und Schriftstellern wie
* Oskar Maria Graf: Sein Weib ist, mit Respekt gesagt, eine Beißzang'. Aber mag sie auch noch so höllisch schimpfen, wenn der Feschl in einem solchen Zustand heimkommt, es macht ihm nichts aus. »Nana-na! .. Na, sei stad, Oite! .. Ganz g'wiß tua i's nimmer!« ("Bayrisches Lesebücherl. Weissblaue Kulturbilder",1924, S. 111 )
* Ludwig Ganghofer: Und wenn das Kind in seinen Armen zu wimmern begann, neigte er das Gesicht zu ihm und flüsterte: »Sei stad, liebs Modei, sei stad! Ich find ihn schon, mein' Vater! Und dei' Mutter! Sei stad, sei stad!« Er fand sie nicht. ("Der Jäger von Fall",1883, S. 11)




Weitere Wörter:


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(ein Beispiel nehmen)

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(Achtelliter (meist Wein))

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(Maultier)

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(hinunter)

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(Informelle Verabschiedung von einer Person)
   



Als Bairisch fasst man einen Dialektverbund nichtstandardisierter Dialekte im Südosten des oberdeutschen Sprachgebietes zusammen, die zum deutschen Sprachraum gezählt werden. Die bairischen Mundarten werden im Osten des oberdeutschen Sprachraums gesprochen – man bezeichnet sie daher auch als Ostoberdeutsch.

Innerhalb des Bairischen wird zwischen Nordbairisch, Mittelbairisch und Südbairisch unterschieden.

Der bairische Sprachraum umfasst im Freistaat Bayern die Regierungsbezirke Oberbayern, Niederbayern und Oberpfalz, das Staatsgebiet Österreichs mit Ausnahme Vorarlbergs, ferner Südtirol, die zimbrischen und karnischen Sprachinseln in Oberitalien und das südliche Vogtland im Freistaat Sachsen.

In der Sprachwissenschaft wird die Schreibweise Bairisch verwendet und bairisches Sprachgebiet. Im Unterschied dazu bezeichnet das Wort Bayerisch keine Sprachdialekte, sondern bezieht sich ausschließlich auf ein politisches Territorium, den Freistaat Bayern. Die unterschiedlichen Schreibweisen wurden eingeführt, weil einerseits in Bayern außer den bairischen (in Altbayern) auch fränkische und schwäbisch-alemannische Mundarten gesprochen werden, andererseits die bairischen Dialekte sich nicht auf Bayern beschränken, sondern auch in Österreich, Südtirol und in einigen isolierten Sprachinseln der oberitalienischen Provinz Trentino sowie der Ostschweiz gesprochen werden.

Das Bairische verbreitete sich im Zuge von Wanderungsbewegungen der Menschen über das heutige Südbayern östlich des Lechs hinaus und im Laufe des Mittelalters über das heutige Österreich östlich des Arlbergs, Südtirols und einigen Gebieten in Westungarn (heutiges Burgenland), Italiens, sowie Teile des heutigen Sloweniens und Tschechiens. In dieser Zeit vermischten sich auch Teile des Bairischen (im heutigen Süd- und Ostösterreich) mit slawischen und rätoromanischen Sprachelementen. Anschaulich wird dies bei bestimmten Ortsnamen und in einigen Dialektausdrücken.

Mit mehr als 13 Millionen Sprechern bildet das Bairische das größte zusammenhängende Dialektgebiet im deutschen Sprachraum. [Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Bairische_Dialekte]

Die Wörter aus diesem Wörterbuch kommen aus einer Wortsammlung von www.ostarrichi.org und dort besteht auch die Möglichkeit selbst Wörterbucheinträge zu erstellen.


[2017-07-27 06:29:29]