Bayerisches Wörterbuch:Hirnwixer - Träumer, Theoretiker

Bairisch - Deutsch

Bayerisches Wörterbuch der Dialekte


Hirnwixer


Träumer, Theoretiker


Kommentare zu diesem Wort:


Jemand, der sich über alles den Kopf zerbricht, sein Gehirn überanstrengt



Schreibung
Halte die Schreibung "-wichser" für richtiger. Zum vorhergehenden Kommentar: Ein Hirnwichser ist sicherlich nicht jemand, der sein Gehirn ÜBERanstrengt, eher eine Person, die Freude an der Beschäftigung mit theoretischen Problemen und der Diskussion darüber hat.



Nicht nur "jemand, der sich über alles den Kopf zerbricht"
sondern auch ein Illusionist, letztlich ein Depp.



Kenne ich nur...
Für Hirnwichser [Hirnwixer] ist mir als Übersetzung nur Depp bekannt.



@Linz v. 27.5.2012 Das ist kein Austriazismus…
Von wegen Italien, Spanien, oder aber auch Südamerika: “pajas mentales“ sind “mentale Strohalme“…??? El “pajero mental“ ist so etwas wie ein mentaler Wichser… das würde schon eher passen. Doch habe ich dies in Spanien oder Südamerika noch nie gehört. Somit ist das Wort für mich schon österreichisch. lg. pedrito



Weg damit! Nicht spez. österr.! Nix ösihaft!
"German/English Dictionary of Idioms" (New York 1995,) definiert:
• »Hirnwichser: ein/der reinste/ Hirnwichser(sein) vulg., selten.; s.o. who practises intellectual masturbation to excess Der David ist der reinste Hirnwichser! Außer theoretischem Geschwätz hat der nichts drauf. Im praktischen Leben ist er eine absolute Niete
Hirnwichserei: das/etwas ist Hirnwichserei, vulg. selten; - it/ s.th. is futile theory n, it is intellectual masturbation. Ich kann das Wort 'Übersetzungstheorie' nicht mehr hören! Meiner Meinung nach ist das ganze Gedöns, das darum gemacht wird, reine Hirnwichserei« ( von Hans Schemann und Paul Knight, Routledge, NY, reprint 2013)
http://tinyurl.com/mntzt2t

* An der Technischen Universität Berlin fand v. 1.-3. 11. 2002 unter dem Titel „Wertfrei und Spass dabei! Von der Freien Software zur Freien Gesellschaft?“ die „2. Oekonux-Konferenz“ statt, zu der es als eine Diskussionsgrundlage die Betrachtung „Kooperation und Konkurrenz“ von Benni Bärmann gab, in der ein Zwischentitel „Alles Hirnwixerei?“ lautete.
http://zweite.oekonux-konferenz.de/dokumentation/texte/Baermann.html
Österreichisch? Eher nicht!

• Ein Blick auf http://tinyurl.com/kvnerbq beweist das häufige deutsche Vorkommen!
z.B.
* »Der Spanner entspannt, der Hirnwichser entwichst, Voyeuren fällt das Fernrohr ab, dem Händler die Hand « (Hans-J. Schmejkal: „Reise nach B", Berlin 2008,
* »Zu gefährlich, keine Meinung zu haben. Zu riskant als Hirnwichser enttarnt zu werden.« (Ulrike Domenika Bolls: „28:06:42:12 Arbeitsbuch Erleuchtung“, BoD, Norderstedt 2011 )
* »In der RAF hatte es niemals Scharfschützen gegeben, diese Hirnwichser ballerten nur wild um sich, mit Waffen, die ihnen irgendwelche V— Leute des Bundeskriminalamts zugeschanzt hatten.« (Stephanie Frey: „Die Verstummten. Thriller“, Heyne, München2013)
* »Saft- und kraftloses Gewäsch für weltfremdeHirnwichser!« (Harald Franke: „Faust, Versuchung in sieben Tagen", Köln 2001)

••• Dass der „Hirnwixer“ jedoch sehr wohl auch ins Wienerische gedrungen ist hat, dokumentiert Oksana Havryliv in ihrem prachtvollen Kompendium von Kraftausdrücken „Verbale Aggressionen: Formen und Funktionen am Beispiel des Wienerischen“ (= Schriften zur deutschen Sprache in Österreich 9, Frankfurt 2009):
»Wichser (36), blöder Wichser, Flachwichser, Hirnwichser, Megawichser, Wichsgeburt, Wichsmöse (2), Schamhaarwichsmöse, billige Schamhaarwichsmöse« - Die „Möse“ allerdings zeigt die eingetretene Vermischung diverser Jargons.
http://tinyurl.com/l5fkj9v




Lupenreine "Hirnwichserei":
Das Goldmann-Taschenbuch des "Pychologieprofessors" Giulio Cesare Giacobbe "Wie Sie Ihre Hirnwichserei abstellen und stattdessen das Leben genießen" kann als gebrauchte Hirnwichs-Fernbehandlung über Amazon schon um € 1,34 erstanden werden. Lesprobe (e-Book) hier: http://tinyurl.com/mr35rv5
"Wir denken viel zu viel.[...] planen, kalkulieren, erwarten, aufarbeiten et cetera. Dies nennt Giacobbe die Neurose der „Hirnwichserei“. Dieser Zeitkrankheit rückt der Psychologieprofessor mit pointiertem Witz und unerschöpflichem Fachwissen zu Leibe. Wir erfahren, wie wir positive Hirnwichsereien, zum Beispiel die Besessenheit von kreativen Projekten, zu unseren Gunsten nutzen können ..."
Österreichisch? Eher nicht!

Dieser "Psychologieprofessor" scheint übrigens selbst gründlich seiner positiven Hirnwichserei anheimgefallen zu sein, denn in seinem Lebenslauf liest man von seinem PhD-Erwerb an der "Pneumiatric University" und seiner Lehrstätigkeit an der "University of the Americas", beide in "California, USA".
http://www.giuliocesaregiacobbe.org/curriculum.asp
Das klitzekleine Problem: Die zwei Universitäten gibt's beide nicht; lupenreine Hirnwichserei!

Sämtliche kalifornischen Universitäten:
https://www.utexas.edu/world/univ/state/#CA
Kalifornische Universitäten mit Doktoratsstudien:
http://education-portal.com/california_university_phd.html

Da - http://tinyurl.com/p3knbrb -
sind alle 8 (acht!) Ergebnisse von google.usa zu seiner "Pneumiatric University, California" - http://tinyurl.com/p3knbrb
Von den 8 betreffen 5 den Hirnwichs-Professor, 3 haben nichts mit dem gesuchten Eintrag zu tun.





@perdito
Ist es sehr wohl, ich habe in Italien gelebt und rede/schreibe täglich in Italienisch, und verwende die wörtliche italienische Entsprechung: farsi la sega = wixen (wörtl.: sich sägen, eine Säge tun) la sega = die Säge, das Wixen (der Wix) la sega mentale (das geistige Wixen, ergo Hirnwixerei) Dass das im Spanischen aktiv verwendet ich weiß ich von einem peruanischen Freund, der "pajas mentales" aktiv verwendet. Das Wort hat einfach NICHTS Österreichisches an sich, da er im gesamten deutschen Sprachraum, und nicht nur dort, verwendet wird.



Weitere Wörter:


abbusseln

(abküssen)

absaufen

(ertrinken)

angeloben

(vereidigen)

anpritscheln

(anschütten, sich nass machen)

ausflascheln

(ausfragen)

bampfen

(den Mund mit Essen vollstopfen)

Batz

(Matsch, Schleim)

brunzeln

(nach Urin stinken)

derglengen

(erreichen, erwischen)

fußmarod

(schlecht zu Fuß)

Gaudi

(Spaß, Vergnügen)

gescheit, gscheit

(Steigerungsform )

Gschichtl

(Flirt, Affäre)

Gusto

(Appetit)

Haube

(Mütze)
   



Als Bairisch fasst man einen Dialektverbund nichtstandardisierter Dialekte im Südosten des oberdeutschen Sprachgebietes zusammen, die zum deutschen Sprachraum gezählt werden. Die bairischen Mundarten werden im Osten des oberdeutschen Sprachraums gesprochen – man bezeichnet sie daher auch als Ostoberdeutsch.

Innerhalb des Bairischen wird zwischen Nordbairisch, Mittelbairisch und Südbairisch unterschieden.

Der bairische Sprachraum umfasst im Freistaat Bayern die Regierungsbezirke Oberbayern, Niederbayern und Oberpfalz, das Staatsgebiet Österreichs mit Ausnahme Vorarlbergs, ferner Südtirol, die zimbrischen und karnischen Sprachinseln in Oberitalien und das südliche Vogtland im Freistaat Sachsen.

In der Sprachwissenschaft wird die Schreibweise Bairisch verwendet und bairisches Sprachgebiet. Im Unterschied dazu bezeichnet das Wort Bayerisch keine Sprachdialekte, sondern bezieht sich ausschließlich auf ein politisches Territorium, den Freistaat Bayern. Die unterschiedlichen Schreibweisen wurden eingeführt, weil einerseits in Bayern außer den bairischen (in Altbayern) auch fränkische und schwäbisch-alemannische Dialekte gesprochen werden, andererseits die bairischen Dialekte sich nicht auf Bayern beschränken, sondern auch in Österreich, Südtirol und in einigen isolierten Sprachinseln der oberitalienischen Provinz Trentino sowie der Ostschweiz gesprochen werden.

Das Bairische verbreitete sich im Zuge von Wanderungsbewegungen der Menschen über das heutige Südbayern östlich des Lechs hinaus und im Laufe des Mittelalters über das heutige Österreich östlich des Arlbergs, Südtirols und einigen Gebieten in Westungarn (heutiges Burgenland), Italiens, sowie Teile des heutigen Sloweniens und Tschechiens. In dieser Zeit vermischten sich auch Teile des Bairischen (im heutigen Süd- und Ostösterreich) mit slawischen und rätoromanischen Sprachelementen. Anschaulich wird dies bei bestimmten Ortsnamen und in einigen Dialektausdrücken.

Mit mehr als 13 Millionen Sprechern bildet das Bairische das größte zusammenhängende Dialektgebiet im deutschen Sprachraum. [Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Bairische_Dialekte]

Die Wörter aus diesem Wörterbuch kommen aus einer Wortsammlung von www.ostarrichi.org und dort besteht auch die Möglichkeit selbst Wörterbucheinträge zu erstellen.